In unserem
Kleintierzentrum stehen uns drei Operationsräume zur Verfügung. Im septischen
OP können
Abszesse oder infizierte Wunden chirurgisch versorgt werden. Dadurch
ist sichergestellt, dass keine Keime in die aseptischen Operationsräume
gelangen. Weiterhin gibt es einen OP für Weichteilchirurgie
und einen OP für Knochen- und Gelenkchirurgie).
Im orthopädischen
OP steht ein Durchleuchter (C-Bogen) zur Verfügung,
so dass bei Eingriffen während der Operation eine unmittelbare
Kontrolle möglich ist.
Alle chirurgischen
Eingriffe werden in Allgemeinnarkose mithilfe eines Narkosegerätes
durchgeführt.
Hierbei wird nach einer intravenösen Einleitungsnarkose
das schonende Narkosegas „Isofluran“ verwendet.
Zudem besteht die Möglichkeit der vollständigen
künstlichen
Beatmung. Zur Narkoseüberwachung gehören dabei
ein EKG-Monitor, Pulsoximeter (Messung des Sauerstoffgehalts
im Blut
sowie der Pulsfrequenz)
und Capnometer (Messung des Kohlendioxidgehalts in der Ausatemluft
und der Atemfrequenz). Bei Bedarf können intraoperativ
die Blutgase bestimmt oder eine nichtinvasive Blutdruckmessung
durchgeführt
werden.
Vor einer Operation kann bei manchen
Patienten eine eingehendere Untersuchung zur Narkosefähigkeit sinnvoll
sein. In diesen Fällen
können Blutwerte in unserem Labor sofort bestimmt oder
ein Herzultraschall durchgeführt werden.
Unsere umfangreiche Ausstattung mit OP-Instrumentarium
erlaubt es uns, alle gängigen Weichteiloperationen abzudecken. Darüber
hinaus sind wir spezialisiert in allen orthopädischen Operationen
(z.B. Knochen-, Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen).
Viele gelenkorthopädische Operationen werden von uns mittels
Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt.
Weichteilchirurgie
(Alle chirurgischen Eingriffe, die nicht Knochen oder Gelenke betreffen)
Routinemäßig werden Operationen
an allen Organen durchgeführt
(Magen, Darm, Niere, Nebenniere, Blase, Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse)
Beispiele
für Weichteiloperationen:
Entfernung der Keimdrüsen, Fremdkörper in Magen oder
Darm, Magendrehung, Darmresektion, Milzentfernung, Nierenentfernung,
Harnblasensteine, Zwerchfellriss Leistenbruch, Dammbruch, Tumorentfernung,
Penisamputation beim Kater u.v.m.
Knochenchirurgie (Osteosynthese)
Häufigster Anlass für diese Operationen sind Knochenbrüche,
aber auch die Behebung von Wachstumsstörungen (Korrekturosteotomie).
Nachfolgend ein kurzer Überblick über die gängigsten
hierbei zum Einsatz kommenden Techniken.
1. Plattenosteosynthese
Der Knochenbruch wird mit einer Platte und Schrauben stabilisert.
2. Markraumnagelung
Stabilisierung des gebrochenen Knochens durch einen in die Markraumhöhle
eingebrachten Stahlnagel.
3. Fixateur externe
Äußere Schienung des Knochens mittels durch die Haut eingebrachter
Bohrdrähte, die außen mit Gelenkstangen verbunden werden.
Gelenkchirurgie
Wenn möglich werden Eingriffe an den Gelenken arthroskopisch
durchgeführt (Gelenkspiegelung). Die dabei erhobenen Befunde
werden durch eine Kamera aufgezeichnet und können Ihnen oder
den überweisenden Tierärzten zur Verfügung gestellt
werden.
Herkömmliche Techniken der Gelenköffnung finden in der
Regel an den Hand- und Fußwurzelgelenken sowie bei Eingriffen
an den Hüft und Kniegelenken Anwendung.
Beispiele für Gelenkoperationen:
Oberschenkelkopfluxation, Oberschenkelkopfresektion, Denervation
der Hüftgelenkkapsel, vollständiger Hüftgelenkersatz,
Kreuzbandverletzungen, Meniskusriss, Bänderriss, Gelenk(teil)versteifung
u.v.m.
Zeitgemäße chirurgische
Versorgung von Kreuzbandrissen mittel TPLO:
TPLO = Tibiaplateaulevelingosteotomie.
Bei einem Riss des vorderen Kreuzbandes ensteht das sogenannte
Schubladenphänomen. Der Unterschenkel schiebt sich bei Belastung
nach vorne, da durch das fehlende Kreuzband keine Stabilität
im Kniegelenk mehr vorhanden ist. Beim Hund ist dieses Phänomen
durch die nach hinten abfallende Gelenkfläche des Unterschenkelknochens
besonders ausgeprägt.
Die TPLO korrigiert diese Neigung durch
eine Kippung der Gelenkfläche.
Durch die neue, für jeden Patienten individuell zu bestimmende
Ausrichtung, wird die Biomechanik des Gelenkes dahingehend verändert,
dass die Belastungskräfte nur noch vertikal ausgerichtet sind
und eine „Schublade“ nicht mehr möglich ist.
Diese inzwischen weltweit als „Goldstandard“ anerkannte
Methode hat Vorteile gegenüber herkömmlichen Techniken.
Die Patienten erholen sich schneller und belasten die operierte
Gliedmaße schon bald nach dem Eingriff. Auch bei Problempatienten
mit lange zurückliegenden oder voroperierten Kreuzbandverletzungen,
bestehender Arthrose oder Meniskusschaden sind gute Erfolge möglich.
Neben der TPLO finden bei Kreuzbandrissen aber auch andere Techniken
Anwendung. Hierzu beraten wir Sie gerne ausführlich.
Bei Fragen zu diesem Fachbereich wenden Sie sich bitte an Dr.
Martin Wenzel.
Er absolvierte sein Tiermedizinstudium von 1987-1992 an der
Ludwig-Maximilians-Universität
in München. Nach Abschluss des 3. Staatsexamens arbeitete
er am Institut für Experimentelle Chirurgie der Technischen
Universität München und promovierte dort mit einer Arbeit über
Meniskustransplantationen. Von 1994 bis Ende 1996 folgte die Tätigkeit
als Assistenztierarzt in zwei süddeutschen Kleintierkliniken,
bevor er sich 1997 selbständig machte. Durch seine Spezialisierung
in den Bereichen Chirurgie und Orthopädie entstand bald eine
fruchtbare Zusammenarbeit mit der Harsefelder Praxis. Mitte 1999
fiel dann die Entscheidung diesen engen Kontakt zu intensivieren
und zur Schaffung eines Kleintierzentrums dauerhaft zusammenzuarbeiten.
Dr. Wenzel ist Mitglied der Europäischen Gesellschaft für
veterinärmedizinische Orthopädie und Traumatologie (ESVOT)
und der Akademie für Tierärztliche Fortbildung.
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